Märzwanderungen

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Am Sonntag, dem 25. März 2007 trafen wir uns um 8.00 Uhr vor der Stadthalle Otterberg. Zunächst Busfahrt nach Woerth, sodann Gang durch das geschichtsträchtige Städtchen Woerth. Ca. 1700 Einwohner, einst blühende römische Kolonie, danach Hauptstadt des Hanauer Landes. Fast alle Häuser im alten Woerth stammen aus dem 17. und 18. Jahrhundert. Dann Aufstieg zu den Schlachtfeldern des Krieges 1870/71 im Gebiet Woerth, Elsasshausen und Fröschwiller

 

Der geschichtliche Hintergrund dazu: Im Streit um die spanische Thronfolge wird die Königskrone einem Hohenzollern angeboten, der aber darauf verzichtete. Frankreich gab sich aber damit nicht zufrieden und forderte einen Verzicht der Hohenzollern für alle Zeiten. Der preußische König wies das diplomatisch- höflich zurück aber Bismarck veröffentlichte diese „Emser Depesche“ in stark verkürzter Form, woraus eine brüske Zurückweisung wurde. Frankreich sah das als Provokation an und erklärte Preußen am 19. Juli 1970 den Krieg. Damit war auch für die süddeutschen Staaten der Bündnisfall eingetreten.

 

 

Schon am 3. August stand der deutsche Kronprinz Friedrich von Preußen mit der III. deutschen Armee an der elsässischen Grenze an der Südpfalz. Ihr stand ein Kampf mit den aus so manchen Schlachten siegreich hervorgegangen Kernregimentern Frankreichs bevor. 1 ½ Monate später waren die Franzosen besiegt, war die Schlacht von Sedan am 2. September 1870 erfolgreich geschlagen und Kaiser Napoleon III. hatte dem König seinen Degen übergeben.

 

Die Schlacht bei Woerth fand am 6. August 1870 statt. An diesem Tag standen die französischen Truppen unter Marschall Mac-Mahon in nach Osten gerichteter Front auf den z.T. steil abgeböschten Höhen, westlich des Sauerbaches und des in diesen einmündenden Sulzbächel, im Bereich der Ortschaften Mehweiler, Froeschwiller, Elsasshausen, Eberbach und Morsbrunn den deutschen Staaten gegenüber, die ihre Stellungen auf den gegenüberliegenden Höhen um Dieffenbach, Oberdorf und Gunstett hatten. Die Schlacht die erst gegen 9:00 Uhr in Gang kam, dauerte bis 17:00 Uhr und brachte beiderseits schwere Verluste, darunter drei französische Generäle. Die Deutschen hatten 9 346 Tode und die Franzosen 17 574 Tode zu beklagen.

 

Auf dem Schlachtfeld von Woerth befanden sich 825 Kriegsgrabstätten in denen etwa 9000 Mann begraben sind. Im ganzen sind in der Schlacht etwa 16 000 Mann verwundet worden, die in Woerth und den umliegenden Ortschaften untergebracht wurden. Woerth (damals rd. 1000 Einwohner) allein hatte 5000, Froeschwiller und Elsasshausen (damals 480 Einwohner) 4000 Verwundete. In den Orten waren alle Schulsäle, Kirchen, Stallungen wie auch die Privathäuser mit Leidenden dicht belegt.

 

In den Ortschaften des Schlachtfeldes sah es trostlos aus, überall fehlte es nicht nur an Ärzten und Krankenwärtern, sondern ganz einfach an Platz, um die Armseligen unter ein Dach zu bringen. Die Lage war katastrophal. Tausende Versehrte lagen in den Straßen und Gärten, in den Feldern und Wäldern herum; sie warteten, oft vergeblich, dass ihnen jemand zu Hilfe eile. Hunderte und Aberhunderte starben, bevor man sich um sie kümmerte. Am nächsten Tag setzte die Bestattung der Leichen ein. Es gab Massengräber und Einzelgräber, an die uns die Grabmale erinnern.

 

Alle Kriegsgrabstätten sind bisher erhalten worden. Da wo sich nicht etwa Grabsteine befinden, stand auf jedem Grab ein weißes Kreuz mit der Aufschrift: „Woerth den 6. August 1870“ Vom Spätjahr 1892 an wurden sämtliche Gräber geöffnet, die Gebeine herausgenommen und in vier Massengräber untergebracht.

 

Das Bayern-Denkmal in Woerth im Elsass wurde etwa 1890 zu Ehren der gefallenen bayrischen Kriegern eingeweiht. Darauf sind die Namen der Kampfesstätten verewigt, auf denen 1870/1871 bayerische Heereskräfte in Mitwirkung traten.

 

Nach den Besichtigungen fuhren wir zurück über die Grenze nach Petersbächel, wo wir in der Waltari-Halle unsere Schlußeinkehr hielten. Um 18:30 Uhr kamen wir wieder wohlbehalten in Otterberg an. Die Wanderstrecke war insgesamt ca. 10 km. Die Führung und Erläuterungen hatten Rebekka Rohe-Wachowski und Erhard Rohe.


 

 

 

 

















3. Seniorenwanderung

 

Für die 3. Seniorenwanderung in diesem Jahr trafen wir uns am Mittwoch, dem 14. März 2007 um 13:30 Uhr an der IGS Otterberg. Unter der Führung von Frau Else Göbel ging es über den Reichenbacherhof – Dudenbacherhof – Himmelreich – Schlossberg und zurück über die alte Bahntrasse. Eingekehrt wurde in den Schlossbergstuben. Die Wanderung war ca. 8 km.


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Letzte Bearbeitung:  1 Jul 2017 17:21